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yelloStrom bergab?

Die neue Stromberg-Staffel läuft seit vorletztem Montag, wie Fans und Kenner sicher auch ohne mich bemerkt haben. Ich habe extra zwei Folgen lang abgewartet, um mir dazu eine druckreife Meinung bilden zu können, denn meine Erwartungshaltung war angesichts zweier brillanter Staffeln zugegebenermaßen recht hoch gesteckt, so dass ich mich nicht gleich über eine möglicherweise misslungene Debütfolge eventuell zu früh echauffieren wollte.

Nun, allein schon die Wahl des Sendeplatzes (Mo 22:45h -Erstausstrahlung, nicht etwa die Wdh. vom Wochenende!) zeigt schon recht eindeutig, wie im Hause Pro7Sat1 Media AG die Einschätzungen bezüglich der Zielgruppenkonformität liegt: allenfalls Randgruppenniveau bei berufstätigen Nichtalkoholikern, die derart überdurchschnittlich intelligent sind, dass sie zumindest ein Aufzeichnemedium bedienen können. Wirtschaftlich stellt man dort also nachweislich keine großen Erwartungen, indem man so sendeplatzlastig auf den Liebhabercharakter dieser Serie aufmerksam macht, dass wir wohl mit der nun laufenden dritten Staffel die letzte der meiner Ansicht nach besten Nachkriegscomedyserie genießen dürfen. Und vor dem Krieg - das muss man als Deutscher ja vorsichtshalber sagen - war ohnehin nichts Lustig. Außer Ludwig Manfred Lommel natürlich, aber war er nicht auch viel zu weit für seine Zeit? -Nein, das war nicht der Feldmarschall des Afrikakorps. Aber der ist nach heutiger Geografie ja auch gar kein Deutscher mehr.

"Stromberg" wartet in der ersten Szene gleich wieder auf mit einem seiner berühmten Kameramonologe von Bernd Stromberg, der uns gleich auf einen entsprechenden Time-Lag einstimmt, so wie wir es noch zwischen den ersten beiden Staffeln erlebt hatten. Es ist also wieder etwas Zeit vergangen, und Stromberg ist zurück in seiner alten Abteilung und Position, als Stellvertretender Leiter unter Herrn Becker. Ansonsten blieb uns ein Stühlerücken wie nach der ersten Staffelerspart, wo man uns den Vorzeigequotentürken Herrn Turculu und die famos-frigide Frau Berkel jäh entrissen hatte. Dafür lernen wir bald jemanden von "ganz oben" kennen. dem wir Strombergs berufliche Rehabilitation zu verdanken haben, nämlich den Herrn Wemeyer, der aus einer Mischung von Oliver Geißen und Herrn Kaiser als opportune Vertriebsführungskraft von jeder AWD-/DVAG-Strukturkolonne mit Kusshand genommen werden würde.
Er trägt der medialen Werbewirksamkeit Strombergs Rechnung, der sich ja selbst als Verona-Feldbusch-Pendant sieht, was ungewohnt selbstkritisch und treffend aus seinem Munde kommt.

Leider raubt uns das natürlich weitere möglicherweise unterhaltsame Szenen mit Strombergs neuem Kollegen aus der letzten Folge der 2. Staffel, dem Ex(il)-Trinker Herrn Wuttke, der ja auch einen ganz eigenen Umgang mit den anwesenden Medienvertretern pflegte.
Aber vermutlich wäre der arme Stromberg da letzten Endes wieder nur schwer verdroschen worden wie von dem Rastagatten in der famosen Putzfrauenfolge, und das wäre dann nur wieer vor den Betriebsrat gegangen. Letzten Endes wäre die Handlung dann nur stagniert und im Sande verlaufen, wenn die Serie zwischen Kantinenbesuchen und Auftritten in Autohäusern gewechselt hätte, also musste man sich etwas einfallen lassen, um Stromberg wieder in seinem alten Umfeld anzusiedeln.

Oder eben den Ernie auch ins Archiv versetzen. Denn mit dem scheinen die Macher auch nichts Rechtes mehr anfangen zu wissen, was so unverständlich wie schade ist, konnte man doch gerade in der ersten Staffel durch seine penetrante Stereotypität die herrlichsten Szenen entwickeln.
Aber die zunehmnde Steigerung der Tragik in seinem Leben ist natürlich auf Dauer dieser grenzdebilen Fachidiotenfigur (die, nebenbei erwähnt, ganz hervorragend dargestellt wird) mehr als abträglich.
Dass seine Freundin in dieser abstrusen Clownszene mit ihm Schluss gemacht hatte, war schon nicht lustig, aber eben aufgrund dieser erwähnten Abstrusität noch sehr unterhaltsam, auch wenn ein weinender Ernie mit Herzschmerzen schon etwas morbid-suizidales verströmte.

Das wird in Staffel 3 nicht nur aufgegriffen, sondern sogar noch gesteigert, denn jetzt ist sogar Ernies Mutter ("die Mama") verstorben...die Schilderung ist zwar schon wieder so extrem ausgetüftelt, dass es zum Lachen gereicht - beim Einnässen der Heizdecke an einem Kurzschluss verendet - aber es ist eben im Großen & Ganzen alles andere als lustig und ernieg.

Sondern es hat eine kontinuierliche Steigerung Ernies zum Psychopathen zur Folge, der tatsächlich den Verdacht nahelegt, dass der arme Ernie eines nicht allzufernen Tages an seiner Krawatte stranguliert im Archiv aufgefunden wird, vermutlich von Herrn Wuttke, der gerade die grünen Durchschläge von Strombergs Kaktus pflücken will.
Das jedenfalls schoss mir durch den Kopf, als Ernie ein "Büro für sich alleine" einforderte.

Überhaupt Stromberg...was für Themen kann man bei ihm noch aufgreifen? Im Gegensatz zu seinem Vorbild Michael Scott aus "The Office", der von Sendung zu Sendung in betriebliche Fettnäpfe und Fetteimer tritt, schickt man sich hier scheinbar an, sein Privatleben zu involvieren, da er ja auch zugegebenermaßen beruflich schon alles verrissen hat, was man verreissen kann, und nur noch auf den tönernen Füßen der ihn begleitenden Kamerateams steht, was aber nach Ausklang der zweiten Folge wohl auch nur noch eine Frage der Zeit ist, wann auch dem Herrn Wemeyers die Faxen Strombergs dicke sind. Vermutlich wird das gegen Ende der dritten Staffel sein, über deren weiter Folgenbenennung ich indes eifrig mutmaße, denn wenn man - analog zu den Titeln - jedesmal eine neue Frauenfigur einführt, wird die Serie bald allzu unübersichtlich, so dass sich wohl nur noch die Marienhof-gestählte Tanja Seifert-Aktrice darin zurechtfinden wird.

Mir persönlich wird die Serie so jetzt schon zu soapig und handlungslastig, und wenn Bernd Stromberg sämtliche Bürokolleginnen an-und durch"daddelt", dann gibt das ja irgendwann eine protagonistische Sackgasse nach der anderen...die Betriebsratssabbel und Anna Doof zu verdoedeln war ja noch ganz lustig, die Personen kann man gleichsam schnell aufs Abstellgleis schieben wie den Herrn Fritsche - der ja gemäß der Zusammenlegungsplan, der mit Staffel Zwei in Kraft trat, auch irgendwo im Büro rumkurven müsste, da er in der Abt. Turculu war.
Aber wenn Stromberg von einem Schreibtisch verbrannter Erde zum nächsten schwadronieren muss, wird es schon auf Dauer recht brenzlig. Und immer "wegversetzen", wie die missbrauchte Bürodeppin Nicole im emotionalen Stress angekündigt hat, ist ja auch keine Lösung.
Da die Liasion mit Ulf und Tanja dank der neuen Frau Schirrmann zu kippen droht, gibt es vermutlich auch noch eine Folge mit dem Titel "Tanja" in nächster Zeit, der Ulf hat ja sicher bald wieder Geburtstag...

Man hat es ja auch nicht versäumt, die Nicole (desen Namen ich vorher nie kannte, wurde er je genannt?), die ja immer schon selten dämlich und fast geistig behindert dargestellt wurde, auch noch optisch sowas von daneben darzustellen - in einem Outfit, der Bill Gates zu Collegezeiten wohl alle Ehre gemacht hätte - dass sie eigentlich zwangsweise als Ernies Traumfrau in Frage kommen muss. Aber der bringt sich ja um. Und mäht vorher die ganze Abteilung nieder. Nachdem der drei Abende lang nur Killerspiele gespielt hat.

Das ist vermutlich ein würdiges & ultimatives Ende der dritten Staffel, die somit sogar Dittsche-mäßig am aktuellen Geschehen orientiert wäre, dass - je nachdem, was im Frühling noch passiert - nur noch ein entlaufener Kampfhund fehlt, der die dicke Erika verspeist. Und der Sinsn Turculu ist gar nicht verstetzt worden, sondern entführt und wurde vom SEK gefoltert.
In der letzten Folge erscheint er dann mit Rauschebart vor Herrn Wemeyer und dem (überlebenden) Betriebsrat und ruft den Heiligen Krieg aus.

Auch stelle ich es mir lustig vor, ein Dittsche-Crossover einzubauen, in dem Ulf den Ingo am Imbißstand vertritt, weil er ja aufgrund der Trennung mit Tanja nun die neugemietete Wohnung alleine bezahlen muss (Tanja wohnt nun bei Strimberg mit im Büro, ihre Wohnung wurde ja sowieso von Theos Band zerstört), und einen Nebenjob brauchte.
Dann unterhält er sich eine halbe STunde lang mit Dittsche über Umlaufrendite, Autotuning und Genozidzunahme durch Killerspiele, bis Neger-Kalle Schwensen eintritt mit der Sabbel im Arm.

Ich fänd's jedenfalls lustig.

Ansonsten könnt ihr euch ja gerne an meine Mekka-Box wenden (siehe Kommentarspalte).
14.3.07 23:48


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Karneval reloaded

Heute war Montag & wieder Stromberg-Tag.

Wer meine letzte Rezension gelesen hat (und wer nicht, der hole das gefälligst nach, ich bin kein Startrek-Autor), der ahnte vielleicht schon meine aktuelle Vorerwartungs- und -freudentendenz, die noch weiter gegen die Wand gehauen wurde, als ich um 22:45h wie gewohnt auf Proll Sibbe schaltete, und da noch irgendeinen gelackten Wetterberichtsmoderatorenverschnitt bestaunen musste.
Ein schneller Blick in den Videotext teilte mir dann mit, dass Bernd Stromberg & die Capitol auf den sensationell zielgruppenopportunen Sendeplatz von 23:01 verschoben worden sind, wofür man Pro 7 echt loben muss, endlich tun die mal was für die Leute, die um 22:45h noch im Treppenhaus sind, nachdem sie die Dreiviertelstunde vom Kaufland (welches um 22h schon schließt) nach Hause wieder nicht gepackt haben. Die können jetzt bequem noch auf Toilette gehen, sich ein Brot schmieren und rechtzeitig zu Stromberg die Fernbedienung unter den GEZ-Rechnungen finden.

Muss man auch nicht ankündigen vorher, sowas ahnt der Privatfernsehen-gestählte langjährige Stargate-und Andromeda-Gucker dank RTL II ja schon intuitiv.

Aber ich musste schnell herausfinden, was die Pro-7-Reducktöre und -ösen mit ihren zellulitösen Gesäßen anfäkalisiert hatten, hat das gesamte Capitol-Team an diesem heutigen Montagabend mit Bravour wieder herausgerissen. Da empfand ich dann auch die Thematik der Folge (Karneval, keine weitere Frau *aufatme*) nachträglich nur noch als amüsantes Indiz der sicherlich dank Fehlplanung verzögerten Ausstrahlung durch Pro 7 realitätsversetzten Atmosphäre.
Wenn die nächste Folge dann "Advent" heisst (und um 24:12h ausgestrahlt wird), bin ich schonmal vorbereitet.

Jedenfalls, in Strombergs Abteilung gab es wieder etwas zu feiern, ein paar altbekannte Gesichter wiederzusehen (z.B. den schmierigen Herrn Röhler, de, wir die dramatischen Ausgangslagen der Folge verdankten, nämlich sowohl die persönliche als auch geschäftliche). Der distinguirte Dr. Heinemann scheint übrigens wirklich durch Herrn Wemeyer ersetzt worden zu sein, was die Ansicht der Direktionskonferenz suggerierte.
Des Weiteren gab es endlich mal wieder etwas zu feiern (s. Titel), etwas zu essen (Kantinenszene), eine neue Nebenfigur (Betriebsarzt), und wieder Heidenspass mit Ernie.

Die Macher haben endlich eine Möglichkeit gefunden, den armen Ernie aus seiner traumatischen post mortem materis-Depression zu winden, auch wenn das mit Medikamentemissbrauch zu tun hat, aber sowieso stand die Folge nicht ganz zufällig unter einem äztlichen Nebenaspekt, der uns die Krebsvorsorge ebenso nahelegte wie die (un-?)kontrollierte Einnahme von Antidepressiva.

Dank ebenjener jedenfalls wurde Ernie zu Ulfs Schrecken zu dessen bestem Freund, jedenfalls was den Akt der körperlichen Zuneigung betrifft, und zum begnadeten Dichter einer Karnevalsbüttenrede, die diese Abteilung sicherlich noch lange begleiten wird. Auch der strombergische Stern am Himmel Wemeyers scheint zu sinken, was uns auf ein Wiedersehen mit Herrn Wuttke hoffen lässt.

Dass Stromberg keinen Hautkrebs hat, stimmt uns ebenfalls froh, denn einen weiteren Todesfall hätte der Ernie und somit die Serie auch derzeit nicht verkraftet, denn Ernie hat so schon genug Schuppen, da muss er nicht auch noch in stummer Pietät evtl. Strombergs Jacketts auftragen, wenn es wirklich hart auf hart käme.
Auch wurden so durch die eilige Melanom-Recherche im Internet die Chronologie-Hinweise auf russenschlampen.de erstmal etwas heruntergedrückt, dass die gute Frau Schirrmann sorglos Strombergs Rechner zum Internet-Surfen nehmen konnte, besorgt um seine ungewisse Gesundheit.

Und schlußendlich war festzustellen, dass sich die dusselige & stets triefnasige Nicole scheinbar ernsthaft um Versetzung bemüht hatte, denn sie ward nirgends zu sehen diesertags.

Vermutlich ist sie jetzt in der gleichen Abteilung wie die Betriebsratssabbel und Alexandra "Anna Doof" Klausen, Pro Bono contra Stromberg. Und falls (Putz-)Frau N'yangasongwa inzwischen ordnungsgemäß abgeschoben wurde, ist es dort ziemlich schmutzig.

Jedenfalls hat uns der "Karneval" wieder eine superjeile Zick beschwert, bedrohliche Dämonen erstmal vertrieben, und wenn dem nun keine mehrwöchige Fastenzeit folgt, dürfen wir uns mit verstärkter Energie auf die nächste Folge freuen. Ich habe fertig (für heute).
20.3.07 02:37


Lurchi am Abgrund

Nachdem in der grandiosen letztwöchigen Folge sich bereits eine Zäsur in dem symbiotischen Verhältnis zwischen Stromberg und Hans-Jürgen, dem Wehmeyer angedeutet hatte durch Strombergs fehlgeschlagene Zuckerbrot-und-Spiele-Diplomatie, sollte es diesmal noch schlimmer kommen.

Ich weiss übrigens immer noch nicht, ob der Hans-Jürgen, also der Wehmeyer, mit Weh wie Aua oder ohne h geschrieben wird...ich schreibe ihn jetzt einfach mal wie den gleichnamigen Bekleidungsladen, weil mir das auch gängiger scheint...deswegen hab ich wohl auch automatisch immer einen y-Meyer vorausgesetzt. Andere von mir benutzte Schreibweisen in vorausgegangenen Folgenbesprechungen erkläre ich hiermit für obsolet.

Jedenfalls hat der Stromberg, der Bernd also, diesmal richtig klimatisch Scheisse gbaut, um es mal so brachial-grotesk zu resümieren. Und am Ende dieser Folge (die wohl auch die Halbzeit der Staffel darstellt) fand man dann wieder einmal heraus, dass sich Scheisse nicht stapeln lässt. Höchstens verbrennen, siehe Ernies Sandwichtoaster. Aber dazu später.

Vielleicht kennt ja der eine oder andere belesene Leser die Mär von dem armen Fischersmann, der eines Tages ein goldenes Fischlein fing. Dieser Fisch war allerdings ein Zauberfisch, der dem Mann jeden Wunsch zu erfüllen versprach, sollte er ihn nur wieder frei lassen. Der Mann willigte gerne ein, und wünschte sich erstmal ein größeres Haus. -Da dieses Märchen schon sehr alt ist, hatte der Fischer natürlich eine Frau, die alles versaute; so war das eben damals mit der patriarchalischen anti-Frauen-Propaganda, das geht schon in der Bibel los, dass da die Frau alles Schuld ist...der Fischersmann war vermutlich auch Jude und schwarz.

Aber die Quintessenz von dem Märchen ist jedenfalls, dass sich immer mehr gewünscht wurde ohne Sinn & Verstand, bis schließlich dem Fisch der Geduldsfaden riss ob der immer größer werdenden Anmaßung, und er den Fischersfritzen sammt seiner unsäglichen Maid und Wünscherei wieder in sein altes Elend zurückversetzte. Und weil man jemanden so richtig fertig machen kann, wenn man ihm etwas Tolles gibt und es dann wieder wegnimmt, war natürlich der Katzenjammer groß. Oder wie man heute so schön sagt, Polen offen und Holland in Not.

Dergestalt aufgebaut wirkte auch die 4. Strombergfolge auf mich...wobei die Rolle des godnenen Zauberfischs natürlich dem Hans-Jürgen, also dem Auameier, zufällt, und das Fischerpärchen unisono der Herr Stromberg, also der Lurchi verkörpert.

Und wer mein schönes Märchen nicht kennt, der wird auch nicht wissen, wer der Lurchi ist. In der letzten Folge wurde der Stromberg jedenfalls gerne so genannt, und das hat ihn sehr gefreut. Eigentlich ist das eine Comicfigur des Schuherstellers Salamander, der damit in der Nachkriegszeit zu werben begann. Lurchi war ein homogenisierter Feuersalamander, der - natürlich - Salamanderschuhe trug. Quasi der Vorgänger vom Deichmann-Esel...ach, den kennt ihr auch nicht? -Also so etwas wie das jamba!-Küken - ich sehe, wir verstehen uns nun.

Wobei ich einräumen muss, dass Stromberg in dem unlängst erschienene PC-Spiel "Büro ist Krieg" tatsächlich einen lurchihaften Körper hat...ist also vielleicht ein sehr geschickter assoziativ ausgelegter Marketinggag, wie diese Bezüge auf Wehmeyer®.

Stromberg jedenfalls glaubte in der Folge (die übrigens nicht "Lurchi" heisst, sondern "Der Protest" - wahrhaft kafkaesk, grishamesk gar) offenbar, drei Wünsche bei Herrn Wehmeyer frei zu haben, jedenfalls suchte er ihn dafür stets auf so wie der Fischer an den Fischteich ging.

Sein erster Wunsch war, einer schwangeren Frau das Brot nicht zu nehmen. So selbstlos, wie das nun erstmal wirkt, war es natürlich nicht veranlasst, Erinnerungen an "Theo" wurden wach, als der armen Tanja die gante Bude zerlegt wurde, und Stromberg in ähnlicher Großherzigkeit sich um bescheidenen materiellen Ersatz bemühte.

Für die Kündigung der schwangeren Maja konnte er freilich dirket nichts, obwohl ihm indirekt mit der Becker-messerischen Begründung, sie habe zu viele Fehler bei der neuen Schadensabwicklung gemacht, damit schon der Schwarze Peter zugespielt wurde, den wer war Schuld für diese zusätzliche Arbeitsbelastung? Genau.
Jedenfalls, dank öffentlichkeitswirksamer Kamerabegleitung wurde das Thema schnell zugunsten aller Nieder-Trächtigen gelöst, und die Maja konnte wieder emsig in der Abteilung rumsummen und -pummeln, und der Stromberg wurde sofort zum neuen Messias ernannt. Bzw. Lurchi. Das wisste der erst gar nicht so zu schätzen, aber als dann der (inzwischen kahlgeschorene) Nebendarstellerkomparse mit seiner Sprechrolle für diese Folge "Lurchi ist super" dazwischenlärmte, erwuchs in Stromberg eine Art Jeanne-de-Arc-Komplex, der dich gleich darauf in der Formulierung seines zweiten Wunsches äußerte, der da war, einem inzwischen nicht mehr ganz so armen Waisenjungen die Wärmung seines Brotes zu gewähren.

Der Ernie, sich gerade im psychoxomatischen Aufwind befindend, erhielt nämlich einen neuerlichen Rückschlag durch einen wuttkisch anmutenden Hausmeister, der dem Ernie seine neue Errungenschaft in Form eines Sandwichtoasters aus brandschutztechnischen Gründen wegkonfiszierte.

Da hatte der Ernie beim Ausräumen der Wäscheschränke seiner erblassenden Frau Mama unter den Bergen von Ethanol-Parfum und ranzigen Pralinen aus dem späten Mesozoikum auch ein paar Bündel hehren Bargeldes gefunden, und konnte so nun schön einen auf dicke Hose (sprich neue Krawatte) machen.
Nun musste er nicht mehr nur noch Brausetabletten lecken und "Reis fressen" (B.Heisterkamp), sondern es gab nun gute Spanische Landwurst, Sardischen Weichkäse und edles Chiabatta, schmackend und mundig zubereitet in einem verchromten Sandwichröstgerät (nicht diese billigen Plastikteile aus dem Discounter).
Oh ja, Geld hilft beim Trauern, denn es macht nicht nur reich, sondern auch glücklich, wenn man sich dafür schöne Sachen kaufen kann. Wie zum Beispiel Freunde, die man dann hat, wenn man in den Mittagspausen immer tolle Sandwichs macht.
Aber erstmal war da der böse Hausmeister vor.
Bedrängt von der verwöhnt gewordenen Abteilung und beseelt vom Lurchitum marschierte der Stromberg nun wieder zum Propheten, um verzückt mit einer Email-Genehmigung zur Betreibung des Sandwichtoasters zu kommen. Allein die Formulierung seines Anliegens gehört sicherlich zu den besten Szenen der Folge.

Nun wollte der Fischer - getrieben vom Ehrgeiz seiner Frau - aber Gott werden, und der Stromberg hatte ähnlich realitätsferne Ambitionen - gleichsam getrieben vom eigenen Ehrgeiz und der Befeuerung durch die Abteilung (Erika und Rest). Er gedachte, so mirnichts, dirnichts, einfach die inzwischen besiegelte und eingegossene Aufhalsung der zusätzlichen Arbeitsbelastung mittels einer dreisten Aufmarschgeste heldenhaft abzuwenden. Dass dabei alle Aspekte menschlicher Logik & Räson ignoriert wurden, versteht sich von selbst. Um es kurz zu machen: Der Stromberg hat beim Wehmeyer wohl ziemlich verschissen.
Allerdings verstehe ich immer noch nicht, wieso der Wehmeyer ein schäbigeres Büro hat als Stromberg, vom Becker ganz zu schweigen. Der hat mit Abstand das geräumgste Büro, da wird wohl bei der Capitol auch nach der Schwanzlänge bemessen. Bzw. nach der Haarlänge. Oder Pro 7 hat zu wenig Räume angemietet. Aber wir werden das im Auge behalten, nicht wahr?

Zu guter letzt lässt sich die Folge mit einem weiteren Märchenvergleich beenden: ich denke da an "Die Affenpfote".
Das ist ein tolles Märchen, kommt auch oft an anderer Stelle vor, gewissermaßen sogar in "Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King. Aber ich schweife ab. Grundsätzlich geht es darum, dass die Erfüllung von Wünschen wohldurchdacht sein sollte, da sie stets auf Kosten anderer Faktoren geschieht, oder um es blumiger zu formulieren, der Teufel ist ein Eichhörnchen. Und der Liebe Gott kein Würfelspieler. Dafür Stromberg letzten Endes wie immer der Depp.

Sein erster Wunsch geht nun auf Kosten seiner einzigen wahren Liebe, denn die inzwischen reichlich abgefeierte Jennifer SCirrmann wir uns nun verlassen. Da bei der Capitol auch weiterhin gespart werden muss, ist ihr Posten nun statt der von der schwangeren Maja eingespart worden. Clevererweise hatten die Macher ihr einen Zeitvertrag mit Probezeit gegeben, so dass in ihrem Fall nicht so ein Theater losgehen kann wie mit der dicken Erika am Ende der ersten Staffel.

Allerdings sinken nun auch die Chancen eines flotten Dreiers mit Ulf, Stromberg und Erika erheblich, auch wenn es bei Ulf und Tanja weiter ziemlich fetzt. Wir warten daher auf Mr & Mrs Smith-reife Szenen; bei einem sich stetig nach hinten verschiebenden Sendetermin auf Pro 7 sind ja Tür & Tor geöffnet.

Der zweite Wunsch ging auch schnell in Rauch auf, sprich, Ernies Sandwichtoaster fing Feuerund setzte die Atmosphäre in Brand. Das heisst, er löste erstmal den Rauchmelder der Kaffeeküche aus, und dann war die Folge zuende. Aber dass das nochmal die eine oder andere Rüge geben wird, kann man sich ja denken.

Und der dritte Wunsch ging gar nicht in Erfüllung. Da hat der Stromberg ja aber nochmal Glück gehabt.

Jetzt muss ich aber Schluss machen, Ernie hat wieder Sandwichs gemacht! Die Guten mit der feinen Landwurst und dem sämigen, feingereiften Schmelzkäse. Also, ich empfehle mich.
30.3.07 01:54





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