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2. in Europa, 3. in der Welt

...aber wenigstens 1. in Deutschland.

Wir brauchen uns nichts vorzumachen, die EM zu gewinnen haben sie nun wirklich nicht verdient, diese Deutschen. Zumal inzwischen jedes gewonnene Spiel im Nachhinein zur Qual wird, wenn auch der ehemals nationalinsignienverschämte Deutsche fiebrig johlend in Autokorsos stundenlang durch die Innenstadt gurkt (bei Spritpreisen, die in Anlehnung an die Gehälter der Profikicker gestiegen zu sein scheinen - da ist er doch, der reiche Mittelstend...) und freudig glucksend sein Fähnchen schwenkt.

Da hat das Land ja scheinbar etwas nachzuholen gehabt, seit die Bild-Zeitung gemeinsam mit der Steckfahnenindustrie zur letzten WM diese Welle losgetreten hat.

Aber auch in Würdigung des sportlichen Aspektes darf man sich trotz aller Heimatlandverbundenheit Den Tatsachen nicht verschließen. Wobei diese Heimatverbundenheit bei mir eher ein Gewohnheitsprinzip ist denn wahre Überzeugung, gewürzt allenfalls noch mit der Vorstellung, dass die anderen Länder auch nicht besser sind. Ich persönlich würde ja lieber in einem kleineren Land mit niedrigen Steuersätzen leben - und erwähnte ich die überhöhten Spritpreise schon? Natürlich sind die Länder mit einer attraktiven Steuerpolitik meist bei internationalen Turnieren ganz mies oder gar nicht erst dabei, obwohl da ganz viele Sportler beheimatet sind. Selbst wenn so Länder dann mal ein Turnier ausrichten, um dabeizusein, lohnt sich das dann auch nicht, weil man eben nur in der Vorrunde dabei ist. Und überhaupt, gegen Österreich hat Deutschland noch viel schlechter gespielt als im Finale gegen Spanien. Aber gegen Österreich kann man sich das eben erlauben. Vor allem, wenn man dann nur Vizemeister wird. Ein Europameiter hingegen sollte auch moralisch einer sein.

Rekapitulieren wir mal ganz nüchtern: Uns Schlaand hat eben nur gegen die Länder, die mit Po- anfangen, begeisternden Fußball gespielt. Abseits dieser PoPo-Spiele gab es dann doch eher Fußball zum Wegschauen. Die Niederlage gegen Kroatien war in der Knappheit geschmeichelt, wobei auch wieder meine alte These zum Tragen gekommen ist, dass ein ordentlicher Turniersieger in der Vorrunde nicht verlieren sollte, Herbergers taktisches Manöver 1954 gegen Ungarn in der Vorrunde mal außen vor, denn das waren noch andere Zeiten. Der Sieg gegen Österreich freudlos herausgespielt, und wenn wir da nicht schon den ersten Po-Sieg auf dem Deckel stehen gehabt hätten, dann hätte sich diese EM nahtlos hinter die beiden letzten versemmelten EMs dranhängen können. Aber gegen Portugal haben wir uns wieder zu neuer Hoffnung emporgeschwungen, denn die Deutschen sind bekanntlich Turnierfans. Da geht erst im Ko-Modus so richtig die Post ab, und die einzigen, die Angst vor einem deutschen Finaleinzug hatten, waren die Marktleiter in den Media-Märkten. Aber dank der torlosen deutschen Beteiligung müssen die ja nun nichts mehr aus der Kasse herausrücken.

Dann kamen die Türken, denen wohl niemand (auch nicht sie selber) einen Sieg über die inzwischen stärker als jede gesamtjugoslawische Mannschaft der Vergangenheit spielenden Kroaten zugetraut hätte. Die Türken selbst hatten offenbar auch nur für die Vorrunde geplant, denn um ein Haar wären noch der Zeugwart und der Busfahrer ins Kader nachgerückt. Mag ja sein, dass sich der Türke besonders motiviert haben mag, denn auf dem Platz waren sie den Deutschen keineswegs unterlegen, nur hatten die Deutschen eben die vielen Fehler des anderen besser ausnutzen können und diesmal das inoffizielle Golden Goal geschossen. Offiziell gibt es ja keins mehr, wohl weil das auch ein Deutscher geschossen hat.

Deutschland hatte sowieso wieder den einfacheren Weg ins Finale, weil die formell stärkeren Mannschaften alle im 2. Vorrundenflügel spielten - und irgendwann in den letzten 3 EMs muss da die Uefa mal den Überkreuzmodus im Ko-Wettbewerb geändert haben, denn in der Vergangenheit konnte man frühestens im Finale wieder auf einen Vorrundengegner treffen, was diesmal ja schon im Halbfinale möglich gewesen ist. 1996 war es noch nicht so, da hat Deutschland gegen Vorrundengegner Tschechien gespielt, und in den letzten beiden EMs hab ich das nicht so mitbekommen, weil auch ich ein Turnierfan bin.

Jedenfalls, sobald die Bild-Zeitung (und damit die Basis des Deutschen Volkes) sich von dem Schock der Niederlage erholt hat. ordentlich auf Ballack (ewiger Zweiter), Lahm (zu lahm für den Ball beim 0:1), Gomez (kein Tor gegen Spanien geschossen, so wie Po(!)ldi gegen Polen) und was weiss ich noch wen, ist der eine oder andere vielleicht auch geneigt, einzuräumen, dass die Deutschen eben einfach nicht das Zeug zum Europameister hatten, auch dieses Mal nicht, wo sie im Finale standen.

Spanien hingegen hatte es allemal. Und das sehe ich heute schon so.
Hoffentlich machen wir es jetzt aber nicht so wie die Spanier, lassen uns 24 Jahre in keinem EM-Finale mehr blicken und gewinnen ansonsten nur die EM, wenn man in einer Diktatur lebt...und was das Abschneiden bei Weltmeisterschaften betrifft, hülle ich lieber den Mantel des Schweigens über die Spanier, und stelle gönerhft fest: Die Spanier brauchten diesen Titel viel, viel nötiger als wir.

Wichtig ist auf'm Platz.
29.6.08 23:30


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